Ratgeber

Provisionen im Yachtcharter — Modelle, Höhe, Fallstricke.

Wer Charter vermittelt, verdient an der Provision. Wie sie berechnet, geteilt und abgerechnet wird, ist erstaunlich uneinheitlich geregelt — und genau daraus entstehen die meisten Konflikte.

Gründer von Yarentra — Charter-Vertrieb und Yachtbetrieb, DubaiZuletzt geprüft: August 2026

Die Kurzfassung

Vermittlungsprovisionen im Yachtcharter liegen international meist bei 10 bis 20 Prozent der Chartergebühr — also des reinen Mietpreises ohne Nebenkosten. Fällig werden sie üblicherweise nach durchgeführtem Charter und vollständigem Zahlungseingang. Entscheidend für den Vermittler sind drei Punkte, die schriftlich fixiert gehören: Berechnungsbasis, Fälligkeit und Kundenschutz.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Übliche Spanne: 10–20 % der Chartergebühr, abhängig von Markt, Charterart und Volumen.
  • Berechnungsbasis ist meist die Chartergebühr ohne Nebenkosten — immer ausdrücklich vereinbaren.
  • Bei kurzen Stundenchartern sind die Sätze tendenziell niedriger als bei Wochenchartern.
  • Split-Provisionen teilen den Provisionsbetrag, nicht den Charterpreis.
  • Kundenschutz ist nur so stark wie der Nachweis, wer den Kunden eingeführt hat.
  • Provisionsvereinbarungen gehören schriftlich fixiert, inklusive Storno- und Reklamationsfällen.

Welche Provisionsmodelle gibt es?

In der Praxis begegnen Vermittlern vier Modelle. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wer das Preisrisiko trägt und wer gegenüber dem Endkunden auftritt.

ModellFunktionsweiseVorteilRisiko
Klassische ProvisionVermittler erhält einen Prozentsatz der ChartergebührEinfach, transparent, kein PreisrisikoAbhängigkeit von der Abrechnung des Anbieters
Nettorate + eigener AufschlagVermittler kauft zur Nettorate ein und verkauft zum eigenen PreisMarge selbst bestimmbar, höhere VerdienstchanceVermittler haftet gegenüber dem Kunden für den Gesamtpreis
Split-ProvisionProvision wird zwischen Zentralagentur und Vermittler geteiltZugang zu exklusiv vermarkteten YachtenGeringerer Anteil, Abhängigkeit von der Agentur
StaffelprovisionProzentsatz steigt mit dem JahresvolumenBelohnt kontinuierliches GeschäftErst bei relevantem Volumen wirksam

Worauf wird die Provision berechnet?

Die häufigste Ursache für Diskussionen ist nicht die Prozentzahl, sondern die Bezugsgröße. Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich.

Beispielrechnung: 15 % Provision, unterschiedliche Berechnungsbasis.
PositionBetragIn Basis enthalten?
Chartergebühr10.000Ja, in beiden Varianten
Treibstoffzuschlag1.200Nur bei Berechnung auf Gesamtsumme
Catering1.800Nur bei Berechnung auf Gesamtsumme
Provision auf Chartergebühr (15 %)1.500
Provision auf Gesamtsumme (15 %)1.950

Der Unterschied beträgt in diesem Beispiel 450 — bei identischem Prozentsatz. Deshalb gehört in jede Vereinbarung ein Satz, der die Basis eindeutig benennt, samt Umgang mit Rabatten und Stornogebühren.

Was üblicherweise nicht provisionspflichtig ist

  • Durchlaufende Posten wie Hafen- und Behördengebühren
  • Kautionen und Selbstbeteiligungen
  • Trinkgelder für die Crew
  • Umsatzsteuer beziehungsweise Mehrwertsteuer
  • Erstattete Beträge nach Stornierung, sofern nicht abweichend vereinbart

Kundenschutz: der eigentliche Wert der Vereinbarung

Die Provision einer einzelnen Buchung ist selten das Problem. Kritisch wird es beim zweiten Mal: Der Kunde hat den Operator kennengelernt, war zufrieden und fragt beim nächsten Anlass direkt an. Ohne Kundenschutz verliert der Vermittler genau das Geschäft, für das er die Akquise bezahlt hat.

Eine Umgehungsklausel ist nur so viel wert wie der Nachweis, dass man den Kunden eingeführt hat. Ohne Dokumentation ist sie eine Absichtserklärung.

Was eine belastbare Regelung enthält

  • Definition, wann ein Kunde als eingeführt gilt — idealerweise mit Zeitstempel
  • Dauer des Schutzes, häufig zwölf bis vierundzwanzig Monate
  • Umgang mit Doppelanfragen zweier Vermittler
  • Regelung für Folgebuchungen desselben Kunden
  • Was gilt, wenn der Kunde ein Unternehmen mit mehreren Ansprechpartnern ist
  • Konsequenz bei Verstoß — etwa eine pauschalierte Ausgleichszahlung

Warum Dokumentation entscheidend ist

Im Streitfall zählt nicht, wer sich woran erinnert, sondern was belegbar ist. Deshalb hält Yarentra beim Absenden jeder Anfrage automatisch fest, welcher Partner den Kunden eingeführt hat, mit Zeitstempel und Schutzfrist — und erkennt mögliche Doppelanfragen, bevor sie zum Konflikt werden. Yacht-Operatoren erfahren die Identität des Endkunden ohnehin nicht.

Wie wird abgerechnet?

Je mehr Buchungen laufen, desto weniger praktikabel ist die Einzelabrechnung. Üblich ist eine periodische Zusammenstellung, aus der hervorgeht, welche Buchung welchen Provisionsbetrag ausgelöst hat.

  • Zeitraum der Abrechnung, üblicherweise monatlich
  • Auflistung je Buchung mit Referenznummer, Charterdatum und Basisbetrag
  • Angewandter Provisionssatz je Position
  • Abzüge, Korrekturen und Stornierungen mit Begründung
  • Auszahlungsbetrag, Währung und Zahlungsziel
  • Ein definierter Weg, einzelne Positionen zu beanstanden

Der Punkt, den viele unterschätzen

Ändert ein Anbieter seine Provisionsregeln, dürfen bereits verdiente Provisionen davon nicht berührt werden. Technisch löst man das, indem die Berechnung zum Zeitpunkt der Buchung dauerhaft gespeichert wird statt bei jeder Abfrage neu berechnet zu werden. Genau so arbeitet Yarentra: Eine Regeländerung wirkt ausschließlich auf künftige Buchungen.

Checkliste für die Partnervereinbarung

Bevor Sie mit einem Anbieter zusammenarbeiten, sollten diese Punkte schriftlich beantwortet sein. Fehlt einer davon, ist er im Streitfall erfahrungsgemäß genau der, um den gestritten wird.

  • Provisionssatz und ob er nach Volumen oder Charterart variiert
  • Berechnungsbasis: Chartergebühr oder Gesamtsumme
  • Behandlung von Nebenkosten, Rabatten und Zusatzleistungen
  • Fälligkeit: nach Anzahlung, nach Charter oder nach Zahlungseingang
  • Abrechnungsrhythmus, Währung und Zahlungsziel
  • Kundenschutz: Dauer, Nachweisform, Umgang mit Doppelanfragen
  • Storno und No-Show: entfällt die Provision oder bleibt ein Anteil
  • Reklamationen: wer trägt Erstattungen, und wirkt das auf die Provision
  • Kündigung: was passiert mit laufenden Buchungen und offenen Provisionen

Häufige Fragen zu Charter-Provisionen

Wie hoch ist die Provision im Yachtcharter üblicherweise?
Im internationalen Yachtcharter sind Vermittlungsprovisionen von etwa 10 bis 20 Prozent der Chartergebühr verbreitet. Der genaue Satz hängt von Markt, Charterart, Volumen und davon ab, wie viel Betreuung der Vermittler übernimmt. Bei kurzen Stundenchartern liegen die Sätze tendenziell niedriger als bei Wochenchartern, weil der Aufwand je Buchung im Verhältnis höher ist.
Wird die Provision auf den Gesamtpreis oder auf die Chartergebühr berechnet?
Üblich ist die Berechnung auf die reine Chartergebühr, also ohne Nebenkosten wie Treibstoff, Catering, Hafengebühren oder Ausrüstung. Weil beide Varianten vorkommen, sollte die Berechnungsbasis immer ausdrücklich in der Vereinbarung stehen — der Unterschied kann zweistellige Prozentbeträge ausmachen.
Wann wird die Provision fällig?
In der Regel nach der Durchführung des Charters und nach vollständigem Zahlungseingang des Kunden. Manche Vereinbarungen sehen eine anteilige Fälligkeit nach der Anzahlung vor. Üblich ist eine periodische Abrechnung, etwa monatlich, statt einer Einzelzahlung je Buchung.
Was ist eine Split-Provision?
Eine Aufteilung der Provision zwischen mehreren Beteiligten, typischerweise zwischen einer Zentralagentur, die die Yacht exklusiv vermarktet, und dem Vermittler, der den Kunden bringt. Die Aufteilung wird vorab festgelegt und bezieht sich auf den Provisionsbetrag, nicht auf den Charterpreis.
Was passiert, wenn der Kunde beim nächsten Mal direkt bucht?
Das regelt der Kundenschutz in der Partnervereinbarung: Ein eingeführter Kunde bleibt für einen definierten Zeitraum dem vermittelnden Partner zugerechnet. Durchsetzbar ist das aber nur, wenn dokumentiert ist, wer den Kunden wann eingeführt hat — eine mündliche Absprache hilft im Streitfall nicht.
Muss ein Vermittler die Provision gegenüber dem Kunden offenlegen?
Das hängt von der Rechtsordnung und der Rolle ab, in der man auftritt. Wer als Vermittler im Auftrag des Kunden auftritt, unterliegt eher Offenlegungspflichten als ein Wiederverkäufer, der zu einem eigenen Endpreis verkauft. Diese Frage sollte rechtlich für den eigenen Markt geklärt werden; dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

Hinweis: Dieser Ratgeber beschreibt übliche Marktpraxis im Yachtcharter und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Für die Ausgestaltung konkreter Verträge sollte fachkundiger Rat für die jeweilige Rechtsordnung eingeholt werden.

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Provisionen, die nachvollziehbar bleiben.

Bei Yarentra sehen Sie Ihre Provision vor dem Verkauf, sie wird bei der Buchung eingefroren und monatlich als PDF abgerechnet.